Staffel 2

The UnleashPeople Podcast Folge 10

Worüber wir in HR nicht (mehr) sprechen mit Andreea Lungulesco (en)

In der zehnten Folge des The UnleashPeople Podcasts und direkt nach der Sommerpause sprechen Ina und Christian mit Andreea Lungulesco über grundlegende Themen in HR und Talent Acquisition, die durch den aktuellen KI-Hype in den Hintergrund gerückt sind. Während die Branche stark von der Einführung neuer Tools abgelenkt ist, ignorieren viele Unternehmen veraltete und schlecht dokumentierte Prozesse, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt unverändert geblieben sind. Andreea und Ina betonen die dringende Notwendigkeit von operativer Exzellenz und fordern Organisationen auf, einen Schritt zurückzutreten, eine gemeinsame Basis zu schaffen und ein grundlegendes Verständnis für ihre Prozesse aufzubauen, bevor sie neue Technologien implementieren.

Das Gespräch beleuchtet auch die Gefahr der Überspezialisierung im HR-Bereich. TA-Expert:innen werden ermutigt, ihre Silos aufzubrechen, von angrenzenden Disziplinen wie dem Produktmanagement und der Fertigungsindustrie zu lernen und einen vielschichtigen Ansatz für ihre Rollen zu wählen. Letztlich ruft diese lösungsorientierte Episode zu einer Rückbesinnung auf die Grundlagen auf: Sie fordert einerseits Unternehmen auf, klare Verantwortlichkeiten zu definieren, und appelliert andererseits an den Einzelnen, proaktiv Verantwortung zu übernehmen, um bedeutsame Veränderungen voranzutreiben.

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse

  • Fehlerhafte Prozesse reparieren, bevor Technologie hinzugefügt wird
    Unternehmen müssen aufhören, neue Tools und KI auf veraltete oder fehlerhafte Prozesse aufzusetzen. Bevor in teure Technologie investiert wird, müssen Organisationen sich zusammensetzen, Standardarbeitsanweisungen (SOPs) erstellen und sicherstellen, dass alle ein gemeinsames Verständnis der Prozessgrundlagen haben.
  • Gute Prozesse schaffen Geschwindigkeit, keine Engpässe
    Entgegen dem Glauben in vielen Tech- und Startup-Kreisen, dass Prozesse starr machen, erhöhen gut durchdachte und iterierte Prozesse tatsächlich die Flexibilität, beschleunigen die Entscheidungsfindung und sparen langfristig Geld.
  • "T-Shaped" HR-Expert:innen ausbilden
    TA-Profis sollten nicht zu eng in Nischen gedrängt werden, da dies ihre Anpassungsfähigkeit und ihr zukünftiges Wachstum einschränkt. HR kann einen viel besseren geschäftlichen Nutzen erbringen, wenn es eine unsiloierte Denkweise annimmt und von anderen Bereichen wie der Fertigungsindustrie (z.B. Lean, Six Sigma) und dem Produktmanagement lernt.
  • Klare Verantwortlichkeiten etablieren
    Ein Hauptgrund, warum neue Methoden scheitern, ist das Fehlen definierter Zuständigkeiten. HR-Rollen leiden oft unter generischen Stellenbeschreibungen, wodurch unklar bleibt, wer tatsächlich für bestimmte Prozesse rechenschaftspflichtig ist oder wer letztendlich die Entscheidungsgewalt (wie z.B. ein Vetorecht bei Einstellungen) hat.
  • Veränderungen von unten nach oben vorantreiben
    Es reicht nicht aus, auf Top-Down-Veränderungen zu warten; HR-Experten müssen individuelle Verantwortung für ihr Arbeitsumfeld übernehmen. Anstatt sich auf ihrem Job auszuruhen, sollten sie proaktiv Einfluss auf die Führungsebene nehmen und sich dafür einsetzen, die Prozesse, mit denen sie täglich arbeiten, aktiv zu optimieren.


Falls ihr euch die Folge einfach nur anhören wollen, hier sind die Links:

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