Christian hatte die Ehre, sich mit Rudi Bauer von WeAreDevelopers zusammenzusetzen und in einer aufschlussreichen Folge von Cappuccino with HR zu sprechen!
In dieser Folge taucht Christian tief in die sich entwickelnde Schnittstelle zwischen HR und künstlicher Intelligenz ein. Er hinterfragt die gängige „Weltuntergangs“-Erzählung, dass KI Recruiting ersetzen wird, und argumentiert stattdessen, dass KI eine leistungsstarke Unterstützungsfunktion ist. Zwar kann Technologie Berge von manueller Papierarbeit und Verwaltungsaufgaben eliminieren, doch bleibt die menschliche Note absolut unerlässlich, um die Eignung für ein Team zu beurteilen und die kulturellen Vorurteile zu umgehen, die den heutigen westlich geprägten KI-Modellen innewohnen.
Über KI hinaus befasst sich das Gespräch mit den zentralen Engpässen, die die Personalabteilung heute behindern. Christian betont, dass Personalverantwortliche aus ihren Silos herauskommen, die Sprache des CEO und CFO lernen und ihre Vorschläge mit harten Daten untermauern müssen. Sie untersuchen auch Rudis Konzept der „Trinity for Future Proofness“ – die entscheidende Allianz zwischen kaufmännischer, technologischer und HR Führung – und diskutieren, warum Marktabschwünge die perfekte Gelegenheit sind, um die Employer Value Proposition (EVP) zu überarbeiten, anstatt stillzustehen.
Ob du Recruiter, HR-Führungskraft oder Gründer bist, diese Folge bietet eine pragmatische, optimistische und äußerst umsetzbare Perspektive auf die Zukunft von Recruiting.
Die 5 wichtigsten Erkenntnisse
- KI ist ein hilfreiches Werkzeug, kein Ersatz
Entgegen den Befürchtungen der Branche sind die aktuellen KI-Wahrscheinlichkeitsmodelle nicht in der Lage, menschliche Recruiter zu ersetzen. KI eignet sich am besten für manuelle, administrative Aufgaben, sodass sich HR-Fachleute auf strategische Aufgaben konzentrieren können. Menschen sind nach wie vor erforderlich, um die kulturelle Eignung zu beurteilen und die Vorurteile in KI-Systemen zu berücksichtigen, die derzeit überwiegend mit westlichen Daten trainiert werden. - Beherrscht die Grundlagen, bevor ihr automatisiert
Bevor ihr KI oder komplexe Technologien in eure Arbeitsabläufe integriert, müsst ihr zunächst einen soliden, strukturierten Rekrutierungsprozess etablieren. Ohne eine funktionierende Basis und klare Schnittstellen wird die Automatisierung die zugrunde liegenden betrieblichen Probleme nicht lösen. - HR muss das Geschäft genau verstehen
Der größte Engpass in der Personalabteilung ist heute ein Mangel an grundlegendem Geschäftssinn. Um einen echten Mehrwert zu schaffen, müssen HR-Fachleute verstehen, wie das Unternehmen Geld verdient und Produkte ausliefert. Darüber hinaus muss die Personalabteilung die Sprache der Führungskräfte (CEOs und CFOs) sprechen, indem sie datengestützte Argumente vorbringt, anstatt sich auf „Bauchgefühle” zu verlassen. - Die „Trinity for Future Proofness“ (Dreiklang für Zukunftssicherheit)
Der Aufbau eines erfolgreichen, zukunftsfähigen Unternehmens erfordert eine eng integrierte und ausgewogene Allianz zwischen drei Kernsäulen: kommerzielle Führung (CEO/CFO), technologische Führung (CIO/CTO) und Personalleitung (CHRO). HR-Führungskräfte müssen technikaffin und unternehmerisch denken, um sich ihren Platz an diesem Tisch zu sichern. - Nutzt Einstellungsrückgänge, um euch weiterzuentwickeln, statt zu stagnieren
In einer Marktflaute stillzustehen, ist ein schwerwiegender Fehler. Zeiten mit rückläufigen Einstellungszahlen sind der ideale Zeitpunkt, um sich nach innen zu orientieren, bestehende Prozesse zu verbessern und euer Arbeitgeberversprechen (Employer Value Proposition, EVP) authentisch zu überarbeiten. Unternehmen, die diese Flaute für Innovationen nutzen, werden einen enormen Wettbewerbsvorteil haben, wenn sich der Markt unweigerlich wieder erholt.