In dieser besonderen Vor-Ort-Episode des "The UnleashPeople Podcast" besuchen die Hosts Ina und Christian Andreas Gegenfurtner in den Büros von Würth Elektronik eiSos in München. Als Experte für Talent Acquisition, Recruiting und Personalmarketing gibt Andreas einen faszinierenden Einblick in die Komplexität des Employer Brandings innerhalb eines riesigen, globalen Konzerns.
Während die übergeordnete Würth-Gruppe eine traditionell konservative Organisation mit über 400 Unternehmen und fast 86.000 Mitarbeitenden ist, arbeitet die eiSos-Sparte ganz anders. Andreas erklärt, wie eiSos eine moderne, agile "Du-Kultur" lebt, die sich von den Praktikanten bis auf das C-Level erstreckt. Das Gespräch beleuchtet die besonderen Herausforderungen, eine einheitliche externe Arbeitgebermarke zu präsentieren, wenn sich die internen Kommunikationsstile und Kulturen zwischen den Schwesterunternehmen so drastisch unterscheiden.
Darüber hinaus taucht das Trio tief in die Psychologie von Respekt und Hierarchie am Arbeitsplatz ein und diskutiert die realen Auswirkungen von formeller "Sie" und informeller "Du" Kommunikation. Sie beleuchten auch die physischen Ausprägungen von Unternehmenshierarchien, wie Vorstandsaufzüge und getrennte Kantinen oder Toiletten, und wie deren Abbau eine bessere Zusammenarbeit fördert. Schließlich verrät Andreas herausragende Strategien für die Candidate Experience, wie etwa den Versand von physischen Dankesbriefen mit Gummibärchen an Bewerber. Dies beweist, dass Vertrauen, echte Wertschätzung und eine positive Fehlerkultur die wahren Schlüssel zum modernen Recruiting sind.
Die 5 wichtigsten Erkenntnisse
- Umgang mit diversen Unternehmenskulturen
Innerhalb eines riesigen Konzerns mit 400 Unternehmen zu agieren, erfordert Fingerspitzengefühl, besonders dann, wenn eine moderne Tochtergesellschaft mit einer flachen "Du-Kultur" sich eine externe Arbeitgebermarke und ein Karriereportal mit viel traditionelleren, konservativeren Zweigen teilt. - Die Realität von "Du" vs. "Sie"
Die Wahl zwischen formeller und informeller Anrede hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Teamdynamik. Während eine "Du-Kultur" Prozesse beschleunigen und offene Kommunikation fördern kann, zeigt sich wahrer Respekt durch authentische Interaktionen auf Augenhöhe und nicht nur durch oberflächliche Pronomen. - Physische Merkmale von Hierarchie
Die wahre Kultur eines Unternehmens spiegelt sich oft in seinem physischen Umfeld wider. Veraltete hierarchische Merkmale, wie exklusive Aufzüge für die Geschäftsführung, getrennte Toiletten oder eigene Essbereiche für das Management, schaffen Barrieren, die ein inklusives und kooperatives Arbeitsumfeld untergraben. - Die Candidate Experience meistern
Im Recruiting die Extrameile zu gehen, ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Würth Elektronik eiSos verschickt physische Briefe mit Gummibärchen an Bewerber, um sich für die Bewerbung zu bedanken. Dies ist eine hochgeschätzte Geste, die die Arbeitgebermarke selbst im Falle einer Absage schützt und stärkt. - Vertrauen und Fehlerkultur
Der Abbau von Hierarchien führt auf natürliche Weise zu einer schnelleren und agileren Entscheidungsfindung. Indem Unternehmen allen Mitarbeitenden, einschließlich Praktikanten, Vertrauen entgegenbringen und sie ermutigen, Dinge auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen, schaffen sie einen hochinnovativen und motivierenden Arbeitsplatz.
Falls ihr euch die Folge einfach nur anhören wollen, hier sind die Links: